Martin Luther im Stammbaum?


Am 31. Oktober feiern Evangelische den Reformationstag. Nach der Überlieferung hat an diesem Tag des Jahres 1517 Martin Luther die 95 Thesen an das Kirchentor von Wittenberg geschlagen und so gegen bestimmte Verfahren der Kirche protestiert. Vermutlich ahnte er damals noch nicht, dass er damit die Welt verändern sollte.
Der Reformator trug damals noch Tonsur und Kutte und lehrte als Theologieprofessor an der Universität. Mehr über den Reformator auf Wikipedia.

Luther, der Rebell, im nebenstehenden Bild von Lucas Cranach als "Junker Jörg" porträtiert, wandte sich schließlich vollkommen von der katholischen Kirche ab und gründete später sogar eine Familie. Mit Katharina von Bora hatte er 6 Kinder.

Wer heute nach dem Namen Luther in Deutschland sucht, wird auch sogleich fündig. Eine Suche auf http://www.verwandt.de/ bringt folgendes Ergebnis: In Deutschland gibt es 2463 Telefonbucheinträge zum Namen Luther und damit ca. 6568 Personen mit diesem Namen. Diese leben in 361 Städten und Landkreisen. Die meisten Anschlüsse sind in Berlin gemeldet, nämlich 132.

Aber, wie die Märkische Allgemeine über die Träger des Namens und ihre Beziehung zu ihrem Stammbaum berichtet, nicht alle haben Interesse an der Verwandtschaft mit dem Reformator. Obwohl er immerhin in der allerengsten Auswahl als "Mensch des Jahrtausends" war. (Diese Wahl zur Jahrtausendwende gewann dann letztlich ein anderer Deutscher: Johannes Gutenberg.)

Manche der befragten Namensvettern des Gelehrten verbinden aber gar nichts mit dem Namen und sind auch nicht religiös, anderen fehlt die Zeit, ernsthaft Ahnenforschung zu betreiben. Übrigens gilt Martin Luther auch als einer der Begründer des literarischen Deutsch und wird von Sprachstilisten seiner genialen Bibelübersetzung (für die er in Gefangenschaft als "Junker Jörg" 11 Wochen benötigte) sowie seiner Liedertexte wegen sehr geschätzt. Auch als Musiker von Kirchenliedern setzte er Akzente.

Allerdings sind die Aussichten auf eine direkte Nachkommenschaft mit Martin Luther und Katharina von Bora sehr, sehr gering. Wie die Märkische Allgemeine schreibt, kann  Henriette Rossner-Sauerbier den Hobby-Familienforschern keine Hoffnung machen. Sie ist Vorsitzende der Lutheriden, einer Vereinigung von Nachkommen und Seitenverwandten Luthers. „Jeder, der heute Luther heißt, stammt nicht direkt von ihm ab“, sagt sie. So starb der letzte direkte männliche Nachkomme des Reformators bereits 1749. Von den sechs Kindern von Martin Luther und Katharina von Bora bekamen nur zwei Nachwuchs. „Wahrscheinlicher ist, dass die Luther-Namensträger von Martins Geschwistern oder Cousins des Thesenschreibers abstammen.“

Bild (c) siehe Wikipedia

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