Wie Geschichten Dingen Wert verleihen

Soeben las ich einen interessanten Artikel in der Financial Times über ein Experiment bei dem Künstler mit erfundenen Geschichten Objekten einen höheren Wert verleihen. Und - es funktioniert! "Significant Objects" ("bedeutsame Dinge") heißt das Projekt zweier amerikanischer Autoren, Rob Walker und Joshua Glenn, bei dem gewöhnliche Gegenstände künstlich mit Bedeutung aufgeladen werden sollen - indem sich Schriftsteller eine Geschichte rund um das Objekt ausdenken (http://www.significantobjects.com/). Zu einem Salzleckstein, eine Büste John F. Kennedys darstellend erfanden die beiden eine rührselige Geschichte von einer alten Dame, die all ihr Hab und Gut verkaufte, um ihren Kindern später die Arbeit des Entrümpelns abzunehmen. Sie trennte sich sogar von diesem für sie wertvollen Stein, so die Autoren, der sie an ihre verstorbene Tochter erinnerte.

"Nach unserer These gewinnen die Dinge so nicht nur an subjektivem, sondern auch an objektivem Wert", sagt Joshua Glenn. Um diese Idee zu überprüfen, bieten er und Walker die Ramschgegenstände samt erfundener Backgroundstory bei Ebay an. Für 29,01 $ kauften sie bislang Porzellanclowns, Zahnstocherhalter in Eselsform und hässliche Aschenbecher - und verkauften sie, literarisch aufgewertet, für insgesamt 462,33 $ weiter.

Am erstaunlichsten dabei scheint mir, dass die Dinge im Wert stiegen, obwohl die Käufer wussten, dass alle Geschichten frei erfunden waren.

http://www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/:Out-of-Office-Hat-doch-alles-keinen-Wert/548644.html